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Asiatischer Rundflug

28.08.2016 13:53 Alter: 1 year
Kategorie: Flugberichte

Von: Ivan Hausammann

Samstag 27. August passte es mal wieder: Das Wetter wollte und ich konnte. Fast wäre es aber mühsam geworden; das Hunterfest in St.Stephan "restriktierte" sich einen Luftraum von sage und schreibe 13km Radius - womit eigentlich sämtliche Hauptverkehrsrouten ins Wallis mal eben blockiert wurden. Ob ein Oval à la CTR mit etwas weniger Luftraum nicht auch gereicht hätte?

Immerhin: Es gab ein Mittagsfenster von 12:00 - 13:30 welches genutzt werden musste. Tinu im Nimbus, Erich in der DG-800, ich im Discus 2 sowie Küre und Bärnu im Arcus setzten pünktlich zum Start an. Letztere hatten die "Mission Südfrankreich": Samstag hin, Sonntag zurück.

Der Start an der Gantrischkette war ok, wenn auch nicht wirklich berauschend. Wirklich rund schienen die Schläuche nicht und der Blick ins Saanenland verhiess eine eher tiefe Basis. Dies und die tickende Uhr in St.Stephan liessen nocht nicht wirklich Begeisterung aufkommen.

Die Staldenflüh zogen dann endlich wie bestellt - aber auf 2600 war Ende. Ob das reicht für über den Sanetsch? Tinu zog los, der Arcus und ich kurz hinterher. Ich überfliege den Pass auf der Walliser Seite auf 2300 - nicht gerade berauschend.

Kurz nach dem Pass werde ich unten von Küre und Bärnu elegant überholt, welche sich vorne rechts an den Hang begeben. Ich glaube, dass auch Tinu in diese Richtung flog und hänge mich ran. Kurz: Es war eine Sch*-Idee. Der schwere Arcus ist am Hang wesentlich grossräumiger unterwegs, steigen tuts nicht wirklich, von Tinu ist nichts zu sehen und die Höhe wird langsam etwas knapp.

Am Abend zeigt sich dann, wie es gegangen wäre: Wo Erich nach dem Pass einkreiste und elegant auf 2700 stieg (Bild unten), machte ich einen unmotivierten Vollkreis (Bild oben) und flog dann den anderen nach. Das Resulat: Ich musste mich 30 Minuten mühsam am Hang ausgraben. Lessons Learned: Wenn's knapp ist, nimm was du kannst, und denk nicht, die anderen wüssten's besser...

Dann aber lief es endlich besser - bald darauf lachte das Bietschorn, welches an seiner Ostflanke einen saftigen Aufwind auf 4300m servierte.

Kurz darauf an der Furka; die Grimselseen sind gefüllt - der Winter kann kommen. Die Basis weiter östlich ist aber wesentlich tiefer und hält mich vom Weiterflug nach Osten ab. Erich wendet in Disentis und Tinu am Crap Sogn Gion. Macht aber nichts, ich hatte eh' noch anderes vor.

Gegen Westen zu mache ich den einen oder anderen Umweg zu Sightseeing - Zwecken, so auch zum Konkordiaplatz. Das Jungfraujoch hätte man gut von Süden her überfliegen können - was Tinu am Abend für die Rückkehr auch macht.

Das Mattertal lockt mit ebenfalls toller Basis. Das ins Visier genommene Matterhorn versteckt sich noch hinter dem Weisshorn, welches übrigens einige Meter höher, aber trotzdem viel unbekannter ist.

Noch unbekannter als die Monte Rosa und dem Gornergrat, wohl auch den meisten ein Begriff.

Deswegen: Darf ich vorstellen, das Weisshorn. Nach Dufourspitze, Dom und Liskamm mit 4505 Metern immerhin der vierthöchste Berg der Schweiz.

Dann weiter zur wesentlich bekannteren Pyramide - dem Matterhorn.

Oben kam gerade eine Viererseilschaft an. Gratulation zum Gipfelerfolg, auch an dieser Stelle!

Der Rückweg ins Berner Oberland gestaltete sich nicht wirklich schwierig, aber die angekündigten Überentwicklungen und die gut sichtbaren Türme im westlichen Berner Oberland waren deutliche Signale für mich, nicht allzulange rumzudändeln. Über das Lötschental und den Petersgrat konnte ich auf 4200 ins Berner Oberland queren, wo sich eine phantastische Stimmung aus Licht, Wolken und Schatten zeigte. Vermutlich hätte ich bis Basel abgleiten können - deswegen nochmals ein kleiner Umweg.

Zum Jungfraujoch - auch hier wäre nun ein Überflug ins Wallis möglich gewesen.

Entlang dem Mönch dann zum Eiger. Ebenfalls ist hier gerade eine Seilschaft oben und geniesst die Aussicht, wie ich. Der Rest des Fluges gleite ich ab über Meiringen - Sörenberg - Schüpfheim zurück. Als ich bei Schüpfheim auf ca. 2700 gegen Bern eindrehe, sehe ich am Horizont ganz schwach den Belpberg. Das wird nie reichen, schiesst es mir durch den Kopf! Der Rechner zeigt bestimmt eine falsche Endanflughöhe an! Aber nichts dergleichen - das Flugzeug gleitet elegant durch die bockstabile Luft und am Schluss muss ich aufpassen, nicht zu hoch in den Lima-Bravo einzufliegen. Die Gleiteigenschaften sind traumhaft - so wie es dieser Tag war.