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Bei den Kühen

06.05.2013 18:07 Alter: 6 yrs
Kategorie: Flugberichte

Der Sonntag 5.Mai bescherte, rein optisch, bessere Bedingungen als zuerst geplant und vorhergesagt: Die Schichtbewölkung aus Süden liess auf sich warten, dafür blies die Bise etwas stärker wie angenommen. Die fliegerische Übungsanlage war wie folgt: 50km Dreieck mit Trichterfliegen. Geplant war, das Dreieck Gurten – Bellechasse – Schiffenensee – Gurten. Eigentlich nichts Grosses. Aufgrund der Bedingungen legten wir fest, dass allenfalls ein Trichter zwischen Bern und Bellechasse notwendig sein würde.

Nach fulminantem Start an der Kehrsatzer Längenberg-Ecke ging es zuerst gen Westen Richtung Flamatt. Schon bald waren wir an der Kante des Berner Trichters angelangt. Weiterfliegen? Ja. Nur kurze Zeit später war es bereits notwendig, das Feld zu setzen: Von oben sah’s aus wie ein Flugplatz: Grün, lang, Hindernisfrei und entlang einer Strasse verlaufend. Aber noch war es ja nicht so weit, wird schon irgendwo gehen!

Leider kam der Boden immer näher und die Thermik, wo gefunden, war unangenehm zerrissen. Etwas zu sehr, für den aktuellen Trainingsstand. Schon bald folgte der Entscheid: Meine erste Aussenlandung (und Küres Premiere als Non-Flying Pilot) wurde Tatsache. Zuerst galt es noch kurz das Erstaunen zu verdauen, dass was vorher wie ein Flugplatz aussah, nun ein coupiertes und ansteigendes Feld mit eher undefinierbar hohem Bewuchs war. Aber nach wie vor landbar.

Viel Zeit zum Studieren bleibt nicht, es geht weiter: Halbwegs einen Downwind, eine Base, feststellen zu hoch zu sein, anstechen, Küres (im Nachhinein mir mitgeteilte) Nervosität nicht bemerken, Geschwindigkeit abbauen, sauber aufsetzen und innerhalb von 65 Meter stillstehen. Das geht alles huere schnell.

Der Rest ist dann schnell erzählt: Stefan, Kevin und Ronny fahren im Belpmoos los, der Duo wird coram publico zerlegt, dem Bauer ein Zettel mit Name und Anschrift hinterlegt und zurück nach Bern.

Fazit:

  • Die geistige Vorbereitung, dass eine Aussenlandung nicht auszuschliessen ist, hat geholfen.
  • Der Wille, trotzdem irgendwie noch oben zu bleiben und den Kollegen eine Rückholübung zu vermeiden, ist überraschend stärker als ich es von mir selber erwartet hätte.
  • Die Zeit vergeht tatsächlich wie im Flug: Vom gefällten Entscheid bis zum Stillstand vergingen keine 2 Minuten.
  • Ich hätte gewettet, von oben das Gelände besser einschätzen zu können.
  • Ungewohnt verlaufendes Terrain (Hügel, kleine Senken, Einschnitte) in Downwind, Base und Final erschweren ein sauberes Einschätzen der Höhe. Verstärkt wird dies durch die eingeschränkte Sicht auf dem hinteren Sitz.
  • Dem freundlichen SMS des Bauern zu urteilen, half die umsichtige Demontage und die Kontaktaufnahme.

Viel gelernt diesen Sonntag!

Ivan