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Föhn!

16.03.2011 15:55 Alter: 8 yrs
Kategorie: Flugberichte

Von: Role Bieri

Am 15. März zeichnete sich eine Föhnlage ab. Die Prognosen für Wellen waren allerdings nicht gut im Berner Oberland (siehe meteorologischer Anhang). Aber bei Föhn gilt häufig: probieren geht über studieren. Und im Frühling ist ein Flug immer ein gutes Training und so versuchten Pesche Ryser und ich die Wellen zu reiten...

Das Ergebnis ist im olc zu besichtigen. Das Berner Oberland verwöhnte uns mit einer Welle zwischen Bex und Eiger die es in sich hatte. Es galt, der richtigen Linie zu folgen und dabei zu verhindern, dass die zulässige Maximalhöhe überschritten wird. Gegen Abend nahm allerdings die Turbulenz zu und sorgte dafür, dass das Cockpit häufiger wieder neu eingeräumt werden musste. Da wir uns zwangsläufig meist im Bereich der Rotoren zwischen 3500 und 4000m bewegten, waren die Varios regelmässig am oberen oder unteren Anschlag. Ein Beispiel: hinten im Lauterbrunnental (im igc-File um 15:51 bis 15:54 Lokalzeit) erwischte ich an der Ostkrete des Gspaltenhorns einen Rotor, der mich in 40 Sekunden 450m nach oben beförderte (=11.25m/s)! Zwei Minuten später war ich wieder 600m tiefer...

Diese Art Fliegerei ist für mich noch deutlich anstrengender als Thermikfliegen; das extreme Auf und Ab ist eine psychische und physische Belastung. Auch optisch präsentiert sich eine Föhnlage immer wieder anders und selten eindeutig. Die folgenden Bilder geben einen Einblick in die Lage vom Dienstag.

die Rotorfetzen zeigten häufig die Steigzonen an

über der Engstligenalp: die Föhnmauer nach Osten

der Flugplatz Meiringen: ein Rettungsanker, wenn das unberechenbare Haslital ein Opfer fordert. Der Wind am Boden bläst aus Osten mit 24 bis 37 kts

ein riesiger Drachen wälzt sich über das Jungfraujoch

die Front kommt langsam näher. Die Temperatur liegt zwischen -5 und -10° und ohne Sonne wird es langsam kalt